Wie berechnet man Zinsen?
Zinsen sind Kapital mal Zinssatz mal Laufzeit: Z = K × p ÷ 100 × Monate ÷ 12. Wer 10.000 € für 18 Monate zu 3 % anlegt, bekommt 10.000 × 3 ÷ 100 × 18 ÷ 12 = 450 € Zinsen. Mit derselben Formel lässt sich auch jede andere Größe berechnen, wenn die übrigen drei bekannt sind.
Die Formel
Zinsen = Kapital × Zinssatz ÷ 100 × Monate ÷ 12
Kapital = Zinsen × 1.200 ÷ (Zinssatz × Monate)
Zinssatz = Zinsen × 1.200 ÷ (Kapital × Monate)
Monate = Zinsen × 1.200 ÷ (Kapital × Zinssatz)Die 1.200 entsteht aus 100 (Prozent) mal 12 (Monate pro Jahr). In der kaufmännischen Zinsrechnung wird oft mit Tagen gerechnet – dann steht dort 36.000 statt 1.200, weil das Jahr mit 360 Tagen angesetzt wird.
Rechenbeispiel
10.000 € werden 18 Monate lang zu 3 % pro Jahr angelegt:
- 1.Zinsen pro Jahr: 10.000 € × 3 ÷ 100 = 300 €
- 2.Anteil der Laufzeit: 18 Monate ÷ 12 = 1,5 Jahre
- 3.Zinsen: 300 € × 1,5 = 450 €
Nach 18 Monaten sind es 450 € Zinsen – zusammen mit dem Kapital 10.450 €.
Einfache Verzinsung oder Zinseszins?
Diese Formel beschreibt die einfache Verzinsung: Die Zinsen werden immer nur auf das ursprüngliche Kapital berechnet. Das trifft zu, solange die Zinsen nicht wieder angelegt werden – etwa bei einer Anlage mit Auszahlung am Ende oder innerhalb eines einzigen Zinsjahres.
Werden die Zinsen dagegen jedes Jahr gutgeschrieben und im Folgejahr mitverzinst, wächst das Kapital schneller. Das ist der Zinseszins, und über viele Jahre macht er einen großen Unterschied. Dafür gibt es einen eigenen Rechner.
Zinssatz oder Laufzeit rückwärts berechnen
Wer weiß, wie viele Zinsen er bekommen hat, kann den Zinssatz ermitteln: 450 € Zinsen auf 10.000 € in 18 Monaten ergeben 450 × 1.200 ÷ (10.000 × 18) = 3 %. Genauso lässt sich die Laufzeit bestimmen, die für ein bestimmtes Zinsziel nötig ist.
Bei diesen Umkehrungen wird durch die anderen Größen geteilt. Deshalb braucht der Rechner dort einen Wert größer als 0 – bei einem Zinssatz von 0 % gibt es keine Laufzeit, nach der Zinsen entstehen.
Wo einfache Verzinsung im Alltag vorkommt
Überall dort, wo die Zinsen ausgezahlt werden, statt stehen zu bleiben: beim Tagesgeld innerhalb eines Zinsjahres, beim Festgeld mit jährlicher Auszahlung, bei Verzugszinsen auf eine offene Rechnung und beim Kupon einer Anleihe. In all diesen Fällen bleibt das Kapital gleich, und die Zinsen werden immer wieder auf denselben Betrag berechnet.
Sobald die Zinsen dagegen auf dem Konto bleiben, verzinsen sie sich mit – ab dem zweiten Zeitraum rechnet man dann mit Zinseszins. Bei einer Laufzeit unter einem Jahr macht das keinen Unterschied, denn es gibt noch keine Gutschrift, die mitverzinst werden könnte.
Woher diese Zahlen kommen
Diese Seite rechnet reine Mathematik: Das Ergebnis hängt allein von Ihren Eingaben ab. Formel und Beispielrechnung werden bei jeder Änderung automatisch gegen von Hand ermittelte Werte geprüft.
Häufige Fragen
- Wie berechnet man Zinsen für einen Tag?
- Mit Tagen statt Monaten: Zinsen = Kapital × Zinssatz × Tage ÷ 36.000, wenn das Jahr mit 360 Tagen gerechnet wird. Viele Banken rechnen Tagesgeld auch taggenau mit 365 Tagen – das Ergebnis weicht dann leicht ab.
- Sind Zinsen steuerfrei?
- Nein, Zinsen sind grundsätzlich Kapitalerträge und steuerpflichtig, soweit sie den Sparerpauschbetrag übersteigen. Dieser Rechner zeigt alle Beträge vor Steuern, weil die persönliche Steuerlast vom Einzelfall abhängt.
- Was ist der Unterschied zwischen Zinssatz und Rendite?
- Der Zinssatz ist der vereinbarte Prozentsatz auf das Kapital. Die Rendite beschreibt den tatsächlichen Gesamtertrag einer Anlage, einschließlich Kursgewinnen, Ausschüttungen und – je nach Betrachtung – Kosten. Bei einem Festgeld ohne Gebühren sind beide gleich.
- Was bedeutet „p. a.“?
- „Per annum“, also pro Jahr. Ein Zinssatz ohne Zeitangabe ist fast immer ein Jahreszins – auch dann, wenn die Zinsen monatlich gutgeschrieben werden. Für einen Monat rechnen Sie deshalb mit dem Jahreszins geteilt durch zwölf.
- Warum steht auf meiner Abrechnung ein anderer Betrag?
- Zwei Gründe kommen am häufigsten vor: Auf Kapitalerträge wird in der Regel direkt Steuer einbehalten, und dieser Rechner zeigt die Beträge vor Steuern. Außerdem zählen Banken die Tage unterschiedlich – mit 360 oder mit 365 Tagen im Jahr –, was bei kurzen Laufzeiten ein paar Cent ausmacht.
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