Wie berechnet man die Heizkosten?
Die verbrauchte Menge wird in Kilowattstunden umgerechnet und mit dem Preis multipliziert. 2.000 Liter Heizöl enthalten rund 20.000 kWh und kosten bei 1,10 € je Liter 2.200 € – das sind 11 Cent je Kilowattstunde Wärme. Erst dieser Wert macht Öl, Gas und Pellets vergleichbar.
Die Formel
Energiemenge (kWh) = Menge × Heizwert je Einheit
Kosten = Menge × Preis je Einheit
Kosten je kWh = Kosten ÷ EnergiemengeRichtwerte je Einheit: Heizöl rund 10 kWh je Liter, Erdgas rund 10 kWh je m³, Pellets rund 4,8 kWh je Kilogramm, Flüssiggas rund 6,6 kWh je Liter. Fernwärme und Strom werden ohnehin in kWh abgerechnet. Bei Erdgas stehen auf Ihrer Rechnung ein eigener Brennwert und eine Zustandszahl – die haben Vorrang.
Rechenbeispiel
Ein Einfamilienhaus mit 140 m² verbraucht 2.000 Liter Heizöl im Jahr, Preis 1,10 € je Liter:
- 1.Energiemenge: 2.000 × 10 kWh = 20.000 kWh
- 2.Kosten: 2.000 × 1,10 € = 2.200 €
- 3.Je Kilowattstunde: 2.200 ÷ 20.000 = 0,11 € = 11 ct
- 4.Je m² und Jahr: 2.200 ÷ 140 = 15,71 €
- 5.Wärmebedarf je m²: 20.000 ÷ 140 = 143 kWh
Die Heizkosten betragen 2.200 € im Jahr, also 11 Cent je Kilowattstunde Wärme. Mit 143 kWh je m² liegt das Haus im Bereich eines unsanierten Altbaus.
Warum Liter, Kubikmeter und Kilogramm nicht vergleichbar sind
Ein Liter Heizöl enthält rund doppelt so viel Energie wie ein Kilogramm Pellets. Wer Preise je Einheit vergleicht, vergleicht deshalb Äpfel mit Birnen: 1,10 € je Liter Öl und 0,55 € je Kilogramm Pellets klingen wie ein Faktor zwei, sind pro Kilowattstunde aber fast gleich teuer.
Der einzige belastbare Vergleichswert ist der Preis je Kilowattstunde Wärme. Genau den rechnet diese Seite aus – für jeden Energieträger nach derselben Logik.
Ein zweiter Faktor kommt bei genauerer Betrachtung hinzu: der Wirkungsgrad des Heizsystems. Ein alter Ölkessel verwandelt weniger von der eingekauften Energie in Wärme im Raum als ein moderner Brennwertkessel. Dieser Rechner betrachtet die eingekaufte Energie – für den Vergleich zweier Brennstoffe ist das die richtige Ebene.
Wärmebedarf je Quadratmeter: die Zahl, die den Zustand verrät
Der Verbrauch je Quadratmeter und Jahr ordnet ein Gebäude ein, unabhängig von seiner Größe. Grobe Orientierung: Ein Passivhaus liegt unter 20 kWh/m², ein gut saniertes Haus bei 50 bis 100, ein unsanierter Altbau bei 150 bis 250 und mehr.
Die Zahl im Rechner ist der reine Endenergieverbrauch aus Ihrer Abrechnung. Im Energieausweis stehen teils andere Kennwerte, die zusätzlich Erzeugung und Primärenergie berücksichtigen – die Werte sind deshalb nicht eins zu eins vergleichbar.
Auch das Nutzerverhalten schlägt stark durch: Raumtemperatur, Lüftungsgewohnheiten und wie viele Räume überhaupt beheizt werden, verändern den Verbrauch um zweistellige Prozentsätze.
Was die Heizkosten im Alltag wirklich senkt
Drei Stellschrauben wirken, bevor irgendetwas ausgetauscht wird: die Raumtemperatur, die Heizkurve und der hydraulische Abgleich. Die verbreitete Faustzahl lautet, dass ein Grad weniger Raumtemperatur etwa sechs Prozent Energie spart – bei 18.000 kWh im Jahr sind das rund 1.080 kWh oder, bei einem Arbeitspreis von 0,12 € je kWh, gut 129,60 €.
Die Heizkurve bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur steigt, wenn es draußen kälter wird. Sie ist in vielen Anlagen ab Werk zu steil eingestellt, was sich daran zeigt, dass Thermostatventile fast überall gedrosselt sind. Flacher einstellen, dann beobachten – und erst danach über einen neuen Wärmeerzeuger nachdenken, denn eine schlecht eingestellte Anlage wird durch einen Austausch nicht automatisch gut.
Quellen & Stand
Stand: 07.09.2026
Die Formel dieser Seite ist stabil, die Vorgabewerte sind Beispielwerte und ändern sich mit dem Markt. Maßgeblich ist immer Ihre eigene Abrechnung.
Häufige Fragen
- Warum wird mein Gas in m³ geliefert, aber in kWh abgerechnet?
- Weil der Energiegehalt eines Kubikmeters Erdgas schwankt – je nach Zusammensetzung und Druck. Der Zähler misst das Volumen, die Abrechnung rechnet es mit einem Brennwert und einer Zustandszahl in Kilowattstunden um. Beide Werte stehen auf Ihrer Rechnung.
- Sind Heizwert und Brennwert dasselbe?
- Nein. Der Brennwert schließt die Energie im Wasserdampf der Abgase mit ein, der Heizwert nicht – er liegt deshalb niedriger. Moderne Brennwertkessel nutzen genau diesen Unterschied. Für den Vergleich zweier Brennstoffe ist entscheidend, dass Sie beide Male mit derselben Größe rechnen.
- Wie rechne ich Heizkosten auf eine Mietwohnung um?
- In einer Mietwohnung erhalten Sie die Heizkostenabrechnung meist bereits in Kilowattstunden oder Verbrauchseinheiten für Ihre Wohnung. Tragen Sie diese Menge mit dem abgerechneten Preis ein. Wie die Kosten im Haus verteilt werden, regelt die Heizkostenverordnung – dazu mehr im Nebenkosten-Rechner.
- Warum ist meine Abrechnung höher als der berechnete Verbrauch?
- Weil eine Heizkostenabrechnung mehr enthält als die reine Wärme: die Warmwasserbereitung, den Betriebsstrom der Anlage, Wartung und Messdienst. Dazu kommt, dass ein Teil der Kosten nicht nach gemessenem Verbrauch, sondern nach Wohnfläche verteilt wird – so schreibt es die Heizkostenverordnung vor.
- Zählt Warmwasser zu den Heizkosten?
- In der Abrechnung ja, gerechnet wird es aber getrennt. Warmwasser fällt das ganze Jahr über an und ist in einem gut gedämmten Haus ein erheblicher Anteil der gesamten Wärme. Wer nur die Heizung betrachtet, unterschätzt deshalb den Verbrauch im Sommer und überschätzt die Wirkung einer Dämmung.
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