Wie berechnet man eine Terrasse?
Die Zahl der Dielenreihen ergibt sich aus der Terrassenbreite geteilt durch Dielenbreite plus Fuge. Bei 4 m Breite und 145er Dielen mit 6 mm Fuge sind das 27 Reihen; über 5 m Länge ergeben sich 135 laufende Meter Diele. Die Unterkonstruktion liegt quer dazu, bei 50 cm Abstand also 11 Balken.
Die Formel
Reihen = Breite ÷ (Dielenbreite + Fuge), aufgerundet
Laufende Meter Dielen = Reihen × Länge
Balken = Länge ÷ Balkenabstand + 1, abgerundet
Laufende Meter Unterkonstruktion = Balken × BreiteDie Dielen laufen längs, die Unterkonstruktion quer dazu. Beim Balken kommt +1 dazu, weil an beiden Enden ein Balken liegt. Befestiger werden mit zwei Stück je Diele und Kreuzungspunkt gerechnet.
Rechenbeispiel
Eine Terrasse von 5 × 4 Metern mit 145 mm breiten Dielen, 6 mm Fuge und 50 cm Balkenabstand:
- 1.Achsmaß je Reihe: 145 + 6 = 151 mm = 0,151 m
- 2.Reihen: 4 ÷ 0,151 = 26,5 → 27 Reihen
- 3.Dielen: 27 × 5 = 135 laufende Meter
- 4.Balken: 5 ÷ 0,5 + 1 = 11 Balken
- 5.Unterkonstruktion: 11 × 4 = 44 laufende Meter
- 6.Befestiger: 27 × 11 × 2 = 594 Stück
Benötigt werden 135 lfm Dielen, 44 lfm Unterkonstruktion und rund 594 Befestiger für 20 m² Terrasse.
Der Balkenabstand ist die wichtigste Entscheidung
Der Abstand der Unterkonstruktion bestimmt, ob die Terrasse federt oder trägt. Er hängt von der Dielenstärke und der Holzart ab: Bei 21 mm starken Dielen sind 40 bis 50 cm üblich, bei 25 mm oder Hartholz darf es etwas mehr sein. Die Herstellerangabe der Diele ist maßgeblich.
Zu große Abstände merkt man sofort – der Belag gibt beim Gehen nach und die Dielen verformen sich langfristig. Zu kleine Abstände kosten nur Material, schaden aber nicht.
Die Unterkonstruktion selbst braucht ebenfalls Auflager: auf Betonplatten, verstellbaren Stelzlagern oder Punktfundamenten, üblicherweise alle 40 bis 60 cm entlang des Balkens. Sie darf nie direkten Erdkontakt haben.
Fuge, Gefälle und Entwässerung
Die Fuge zwischen den Dielen ist kein Schönheitsfehler, sondern Bauphysik: Holz quillt bei Nässe. 5 bis 8 mm sind üblich, bei sehr feuchtem Einbauholz eher weniger, bei trockenem eher mehr – das Holz schrumpft sonst zu breiten Fugen.
Die Terrasse braucht rund 2 % Gefälle vom Haus weg, damit Wasser abläuft. Auf 4 m Tiefe sind das 8 cm Höhenunterschied. Das Gefälle wird in der Unterkonstruktion hergestellt, nicht durch schräg gehobelte Dielen.
Wichtig ist außerdem die Belüftung von unten: Mindestens 5 cm Luft unter der Unterkonstruktion, damit die Feuchtigkeit abtrocknen kann. Eine dicht auf dem Boden liegende Terrasse verrottet von unten.
Der Unterbau trägt die Terrasse, nicht die Diele
Fast jeder Schaden an einer Holzterrasse beginnt unter den Dielen. Der Aufbau geht von unten nach oben: tragfähiger, verdichteter Schotter, darauf ein Splittbett oder Punktfundamente, darauf Auflager, darauf die Unterkonstruktion. Wer die Balken direkt auf Erde oder loses Material legt, bekommt innerhalb weniger Jahre eine Terrasse, die federt und in Wellen liegt.
Zwei Dinge gehören in die Planung, bevor gerechnet wird. Erstens die Aufbauhöhe: Diele, Unterkonstruktion und Auflager ergeben zusammen leicht zwölf bis fünfzehn Zentimeter, die unter der Terrassentür Platz finden müssen. Zweitens die Belüftung: Unter der Unterkonstruktion muss Luft zirkulieren und Wasser ablaufen können, sonst trocknet das Holz nach Regen nicht ab.
Quellen & Stand
Stand: 07.09.2026
Gesetzliche Angaben dienen der Information und ersetzen keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Häufige Fragen
- Wie viele Dielen brauche ich in Stück statt in Metern?
- Teilen Sie die laufenden Meter durch die Länge der gekauften Dielen und runden Sie auf. Achtung: Passen die Dielenlängen nicht ganzzahlig in Ihre Terrassenlänge, entstehen zusätzliche Stöße und Verschnitt – dann lieber Dielen wählen, deren Länge zur Terrasse passt.
- Sichtbar schrauben oder Clips verwenden?
- Beides funktioniert. Schrauben sind günstiger und halten stärker, bleiben aber sichtbar und brauchen vorgebohrte Löcher. Clips ergeben eine glatte Oberfläche und halten den Fugenabstand automatisch ein, kosten mehr und setzen genutete Dielen voraus.
- Welches Holz eignet sich für die Unterkonstruktion?
- Sinnvoll ist dieselbe oder eine haltbarere Holzart als bei den Dielen – eine Unterkonstruktion, die vor dem Belag verrottet, bedeutet den Rückbau der ganzen Terrasse. Alternativ gibt es Aluminium-Unterkonstruktionen, die deutlich länger halten.
- Wie viel Gefälle braucht eine Holzterrasse?
- Weniger als ein geschlossener Belag, weil das Wasser zwischen den Dielen abläuft – entscheidend ist das Gefälle des Unterbaus, nicht das der Dielen. Üblich sind etwa zwei Prozent vom Haus weg, was der Gefällerechner in Zentimeter über Ihre Terrassentiefe umrechnet.
- Brauche ich ein Unkrautvlies?
- Unter dem Splittbett ist es sinnvoll und kostet wenig. Es ersetzt aber keine Verdichtung: Ein Vlies auf lockerem Boden verhindert Unkraut und trotzdem nicht, dass die Terrasse absackt. Beides gehört zusammen, nicht eines statt des anderen.
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