Zum Inhalt springen
Wie berechnet man?

Wie berechnet man den Eigenverbrauch einer PV-Anlage?

Der Jahresertrag ist die Anlagengröße in kWp mal dem spezifischen Ertrag – in Deutschland rund 800 bis 1.100 kWh je kWp. Davon wird der Eigenverbrauchsanteil im Haus genutzt und spart den vollen Strompreis, der Rest wird eingespeist und bringt nur die Einspeisevergütung. Eine 10-kWp-Anlage kommt so auf rund 1.590 € Nutzen im Jahr.

In Deutschland je nach Lage und Ausrichtung 800–1100.

Ohne Speicher meist 20–40 %, mit Speicher deutlich mehr.

Aus Ihrem Bescheid – gesetzlich geregelt und veränderlich.

Optional – für die Amortisationsdauer.

Die Formel

Jahresertrag = kWp × spezifischer Ertrag
Eigenverbrauch = Jahresertrag × Anteil, höchstens der Haushaltsverbrauch
Einspeisung = Jahresertrag − Eigenverbrauch
Nutzen = Eigenverbrauch × Strompreis + Einspeisung × Vergütung

Der Eigenverbrauch ist doppelt begrenzt: durch den Anteil, den die Anlage zeitlich überhaupt treffen kann, und durch den tatsächlichen Verbrauch des Haushalts. Mehr als das Haus braucht, lässt sich nicht selbst nutzen.

Rechenbeispiel

Eine 10-kWp-Anlage, 950 kWh je kWp, Haushaltsverbrauch 4.000 kWh, 30 % Eigenverbrauch, Strompreis 0,37 €, Vergütung 0,08 €:

  1. 1.Jahresertrag: 10 × 950 = 9.500 kWh
  2. 2.Eigenverbrauch: 9.500 × 30 % = 2.850 kWh
  3. 3.Einspeisung: 9.500 − 2.850 = 6.650 kWh
  4. 4.Ersparnis: 2.850 × 0,37 € = 1.054,50 €
  5. 5.Vergütung: 6.650 × 0,08 € = 532 €
  6. 6.Nutzen gesamt: 1.586,50 €

Der wirtschaftliche Nutzen beträgt rund 1.587 € im Jahr, davon zwei Drittel allein durch den Eigenverbrauch. Der Autarkiegrad liegt bei 71 %.

Eigenverbrauch ist rund viermal so viel wert wie Einspeisung

Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Haushaltstarif. Eine eingespeiste bringt die Einspeisevergütung, die deutlich darunter liegt. Beim Beispiel oben stehen 37 Cent gegen 8 Cent – gut Faktor vier.

Deshalb ist die entscheidende Stellschraube nicht die Anlagengröße, sondern der Anteil, den Sie selbst nutzen. Wer Waschmaschine, Spülmaschine und Warmwasserbereitung in die Mittagsstunden legt, verschiebt genau diesen Anteil nach oben, ohne einen Euro zu investieren.

Ein Batteriespeicher hebt den Eigenverbrauchsanteil deutlich, kostet aber selbst. Ob sich das rechnet, hängt vom Preis des Speichers gegen den Wert der zusätzlich selbst genutzten Kilowattstunden ab – dieselbe Rechnung, nur mit anderem Anteil und höheren Anschaffungskosten.

Woher der spezifische Ertrag kommt

Der spezifische Ertrag sagt, wie viele Kilowattstunden eine Anlage je installiertem Kilowatt Peak im Jahr liefert. In Deutschland liegt er grob zwischen 800 und 1.100 kWh je kWp – der Unterschied zwischen einem nach Süden geneigten Dach in Bayern und einem nach Osten zeigenden in Schleswig-Holstein ist rund ein Drittel.

Ausrichtung und Neigung sind die größten Faktoren, Verschattung der dritte: Ein einziger Baum oder Schornstein kann den Ertrag eines Strangs überproportional drücken, weil verschattete Module den ganzen String bremsen.

Verlassen Sie sich deshalb nicht auf einen pauschalen Wert. Ein seriöses Angebot enthält eine standortbezogene Ertragsprognose – tragen Sie diese Zahl ein.

Was ein Speicher am Eigenverbrauch ändert

Ohne Speicher deckt eine Photovoltaikanlage vor allem, was tagsüber läuft: Kühlgeräte, Homeoffice, Waschmaschine, Wärmepumpe. Der Abendverbrauch – Kochen, Licht, Fernseher – fällt genau dann an, wenn die Anlage nichts mehr liefert. Ein Speicher verschiebt Strom aus der Mittagsspitze in diese Stunden und hebt den Eigenverbrauchsanteil deutlich, häufig um etwa das Doppelte.

Der Wert dieser Verschiebung lässt sich ausrechnen: zusätzlich selbst genutzte Kilowattstunden mal der Differenz zwischen Ihrem Strompreis und Ihrer Einspeisevergütung. Wer 1.500 kWh im Jahr zusätzlich selbst nutzt und dabei 0,22 € je kWh Unterschied realisiert, gewinnt 330 € im Jahr. Diesem Betrag stehen die Anschaffung und die begrenzte Lebensdauer des Speichers gegenüber – die Rechnung geht nicht in jedem Haushalt auf.

Quellen & Stand

Stand: 07.09.2026

Die Formel dieser Seite ist stabil, die Vorgabewerte sind Beispielwerte und ändern sich mit dem Markt. Maßgeblich ist immer Ihre eigene Abrechnung.

Wie diese Seite geprüft und aktuell gehalten wird

Häufige Fragen

Warum ist die Einspeisevergütung hier nicht voreingestellt?
Weil sie gesetzlich geregelt ist, sich nach einem festen Zeitplan verändert und vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme sowie der Anlagengröße abhängt. Ein fest eingebauter Wert wäre binnen Monaten falsch. Den für Sie geltenden Satz nennt Ihr Bescheid; die aktuellen Werte veröffentlicht die Bundesnetzagentur.
Wie groß sollte die Anlage sein?
Eine verbreitete Faustregel setzt etwa 1 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch an, wenn ohne Speicher vor allem der Eigenverbrauch zählt. Da die Modulpreise gefallen sind, wird heute meist die verfügbare Dachfläche ausgenutzt und der Überschuss eingespeist – rechnen Sie beide Varianten durch.
Was bedeutet Autarkiegrad?
Der Anteil Ihres Stromverbrauchs, den Sie selbst decken. Er ist nicht dasselbe wie der Eigenverbrauchsanteil: Dieser beschreibt, welcher Teil der Erzeugung im Haus bleibt. Eine große Anlage hat oft hohen Autarkiegrad bei niedrigem Eigenverbrauchsanteil.
Wie rechne ich die Amortisation aus?
Investition geteilt durch die jährliche Ersparnis: 12.000 € Anlagenkosten und 1.100 € Ersparnis im Jahr ergeben rund 10,9 Jahre. Diese einfache Rechnung lässt Zinsen, Strompreisänderungen und den Wertverlust außen vor – für einen Vergleich mit einer Geldanlage rechnen Sie besser mit dem Renditerechner.
Ändert ein Elektroauto den Eigenverbrauch?
Nur, wenn es tagsüber lädt. Ein Wagen, der abends an die Wallbox kommt und über Nacht lädt, nimmt fast ausschließlich Netzstrom auf. Wer dagegen im Homeoffice oder am Wochenende mittags lädt, hebt den Eigenverbrauchsanteil stärker als jeder Speicher – und ohne Anschaffungskosten.

Methodik: Diese Berechnung läuft vollständig in Ihrem Browser. Ihre Eingaben werden nicht an uns gesendet, nicht gespeichert und nicht in der Adresszeile abgelegt. Mehr dazu auf der Seite Methodik.